Tag 1 von 5:

Planung:
Nach etwas über einem Jahr E1 Abstinenz, bedingt durch die Einschränkungen der Pandemie, wagen wir unsere letzten 10 Etappen noch in zwei 5er Wanderungen aufzuteilen. Die ersten davon wollen wir jetzt, gegen Ende der Hamburger Sommerferien absolvieren. Hoffentlich machen erhöhte Neuinfektionen und Deltavariante keinen Strich durch das Vorhaben.
Vom etwas aufwändig erreichbarem Gasthaus Wilhelmshöhe geht es  stracks nach Süden und auf eher moderaten Höhenunterschieden durchs Blindenmoor, vorbei an der Elzquelle, zur Martinskapelle, über den Gunterfelsen (1136m), vorbei an Neukirch und dann noch eine Weile nahe der B500 bis Kaltenherberg wo wir in der Kalten Herberge ein Zimmer gebucht haben.

Der allgemeine Anreisetag war bereits gestern zum Basecamp am Titisee. P mit der Bahn aus HH und B aus sonstwo in Frankreich, während meine Familie und ich aus den südlichen Vogesen kamen, aber bereits einen Tag hier am Campingplatz Sandbank verbracht haben. Die Fahrt mit dem Auto zum Wanderstart dauert eine ganze Weile und das Wetter ist auch ziemlich bescheiden. Wir befürchten beim Wandern sehr nass zu werden.
Meine Frau setzt uns wie geplant an der Wilhelmshöhe ab und wir starten ca. halb elf durch das steinerne Tor unsere Wanderung bei trüb-bedecktem Wetter und um die 17°C.

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Die Wanderboys ziehen los

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mittelbreiter Forstweg

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Doch nicht der Blindensee

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Schöner Weg am Blindensee

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Blindensee

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Immer noch schöner Weg durchs Moor

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Weißenbacher Höhe

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Europäische Wasserscheide Donau / Rhein

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Donauquelle oder Ursprung?

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Gunterfelsen

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Armes kleines Fiep Fiep

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Brend Turm leider gesperrt

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Angenehmer Weg leicht bergab

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Das Tor zur Kalten Herberge

Es geht kurz einem sehr netten Holzweg nach Süden. Dann verläuft der Weg wieder auf auf einem mittelbreiten Forstweg. Gleich am Anfang finde ich einen großen Geocache für die Statistik. Da kann ja nichts mehr passieren. Hin und wieder fängt es an zu regnen und wir müssen uns Regensachen an und ausziehen.

In Erwartung der ersten Sehenswürdigkeit, des Blindensees halten wir bereits den ersten aufgestauten Teich des Turntalgrabens am Wolfbauernhof für eben den Blindensee und denken, naja sooo toll ist der ja auch nicht.
Hier geht es aus dem Wald heraus und wir wandern durch Weidelandschaft auf der Straße weiter nach Süden und wieder an den Waldrand. Nach einer Weile kommt endlich die Beschilderung zum Blindensee und es beginnt wieder ein sehr schöner Holzbohlenweg durch die Moorlandschaft. Sehr schick! Ein paar Spaziergänger sind hier auch unterwegs und wir halten -coronamäßig- gebührend Abstand. Trotz Regen ist der Blindensee schon ein erstes feines Highlight.

Nach der Moordurchquerung geht der E1 (hier nachwievor Westweg) scharf rechts Richtung Fuchsbach und nach ein wenig offenem Gelände in den Weißenbacher Wald. Hier geht es scharf nach Westen nur um sich am Waldrand dann wieder in eine Linkskurve nach Süden zu wenden.

An einer großen Wegekreuzung, mit Wandererparkplatz befindet sich die Weißenbacher Höhe. Hier gehen wir wieder scharf rechts, fast direkt nach Westen und freuen uns nach der Ausschilderung schon auf die Donauquelle und eine mögliche Einkehr. Zunächst markiert ein Stein jedoch die Europäische Wasserscheide Donau / Rhein.

In Vogte geht es ein bisschen im Zickzack erst nach Norden dann nach Süden. Im Naturschutzgebiet Briglirain dann wieder nach Westen, an der Elzquelle vorbei (die wir übersehen) und weiter nach Südwesten zur Martinskapelle.

Hier ist ein Abstecher zur Donauquelle (Bregquelle) natürlich obligatorisch und stellt natürlich ein weiteres Highlight dar. Einkehr ist sogar theoretisch am Kolmenhof auch möglich. Nach nach kleiner Anfrage ob wir denn einen Tisch für drei bekämen heisst es „ich schau mal“ und wir bekommen viele Minuten lang keine Antwort. Da wandern wir eben weiter.

Von hier geht es wieder direkt in den Wald und weiter nach Süden. Und schon folgt ein weiteres Highlight. Der Gunterfelsen, eine erhabene Felsformation. Ein verdattertes, wohl krankes Vögelchen sitzt hier ganz Mitleid erregend auf einem Stein.

Langsam brauchen wir aber Pause. Noch ein Stück weiter zeigt mein GPS einen Unterstand an. Dort gehen wir noch hin und machen eine Mittagspause mit Stulle, Möhre und Kiwi.

Gestärkt geht es nach der Pause weiter südwärts und wir erreichen das Naturfreundehaus Brend wo wir. Kurz darauf gibt es einen Aussichtsturm. Der Brend ist immerhin schon 1149m hoch. Nicht so hoch wie die Hornisgrinde aber immerhin. Den Turm wollen wir natürlich besteigen. Ist aber leide gesperrt. Sehr schade, aber die Aussicht wäre heute wohl eh nicht optimal bei dem Wetter. Nach dem Brend geht es jetzt parallel zu einer kleinen Straße durch offenen Wald bzw zwischen Wald- und Weiderand tendenziell leicht bergab. Das macht das Wandern sehr leicht bis auf die Achtsamkeit wegen Stolperfalle Baumwurzeln.

Am Wegweiser Raben sind es nur 2,8 km nach Furtwangen. Hier gesellen sich zu den Weidenflächen auch wieder mehr Äcker. Es wird zusehends besiedelter und wir überqueren in Neueck eine Landstraße und gehen nun südwärts direkt neben der B500 weiter nach Neukirch. Das Wetter ist mittlerweile freundlicher geworden und wir brauchen noch eine kleine Pause. Da setzten wir uns bei Neukirch „Hinterm Wald“ noch kurz auf eine Bank.

Kurz darauf, in Neukirch, unterqueren wir die B500 und gehen nun nach Osten wieder einen Hügel hinauf und beim Hausebenehof wieder hinunter. Hier unterqueren wir abermals die B500 die sich natürlich um die hügelige Topografie eher windet. Nun bleiben wir immer in Hörweite der grob parallel westlich verlaufenden B500 in Richtung Süden und es fängt auf den letzten paar Kilometern noch an zu Regnen. Na toll! Jetzt echt noch mal die Regensachen anziehen? Wir warten ein bisschen unter Bäumen, aber es scheint nicht besser zu werden. Nagut, also mit Regensachen das letzte Stück zur kalten Herberge.

Die Kalte Herberge liegt an so einer Art großzügigen Landstraßenauffahrt auf die B500, fast wie eine Autobahnauffahrt. Hoffentlich stört der Straßenlärm heute Nacht nicht. Beim Näherkommen sehen wir auch ein kleines Pergolentor. Nicht so imposant wie die Westwegtore, die wir bisher gesehen haben aber immerhin. Soll wahrscheinlich noch überwuchert werden.

Wir checken freundlich und unkompliziert ein. Es gibt ein extra Wanderschuhzimmer mit Skistiefel Heizung. Wie auf alpinen Wanderhütten, klasse! Wir lassen unsere nassen und schmutzigen Schuhe dort und gehen auf Socken aufs Zimmer. Wie üblich erst Duschen und etwas Chillen, dann noch schnell runter in die Gastronomie lecker Essen und das Finanzielle regeln.

Anschließend wollen B und P noch Tatort auf dem Zimmerfernseher schauen. Na wenn es sein muss. Spannung und Schauspielkünste, naja. Aber dafür äußerste Brutalität. Ein einzelner Toter pro Sendung reicht heute wohl nicht mehr aus. Wir können hinterher fast gar nicht einschlafen.