Tag 3 von 5:

Planung:
Vom Titisee starten wir heute hoffentlich in Begleitung meiner Familie nach Westen. Es geht ziemlich schnell bergan und wird heute vermutlich der anstrengendste Wandertag mit den meisten H├Âhenmetern. ├ťber Hinterzarten und lange Waldwege geht es am Rand des Feldsees vorbei und wir erreichen ├╝ber einen Abstecher (offiziell E1)┬á den gro├čen Feldberg, die h├Âchste Erhebung auf dem E1 in Deutschland mit 1493m. Den Abstecher wieder zur├╝ck geht es nach S├╝dosten ├╝ber Feldberg Ort und ├╝ber die B317 jetzt notwendigerweise eigentlich nur noch bergab und wieder durch lange Waldwege bis Aha am Schluchsee.

Heute soll es auf den gro├čen Feldberg gehen. Der E1 (Westweg) bietet am Titisee wie gestern angedeutet zwei Optionen und auf den Felberg selbst f├╝hrt der E1 auch nur als Abstecher Hin und Zur├╝ck den gleichen Weg. Wandertechnisch nicht gerade das tollste, aber nat├╝rlich Ehrensache dass wir dort hinauf wollen. P holt Br├Âtchen am Campingplatz Kiosk und wir lassen es uns zum Fr├╝hst├╝ck gut gehen.

Bei der heutigen Etappe ist meine Familie dabei. Entsprechend kommen wir mit so vielen Leuten nicht ganz so zeitig los. Das Wetter ist daf├╝r ideal und wir haben nur leichtes Gep├Ąck, da wir am Ende des Tages auch hier am Basecamp Titisee wieder ├╝bernachten werden.
Um zwanzig vor zehn gehen wir direkt am Campingplatz los. Es sind bereits 21┬░C und wir laufen um das┬á S├╝dendwestende vom Titisee und dann nach Norden erst mal wieder ganz sch├Ân steil hoch 3km zum E1 am Bankenhansenkreuz.

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Schweres Forstger├Ąt

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Verdammt! Wegsperrung zur Schanze Hinterzarten

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Feldberg (?) in Sicht

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Schwarzwaldromantik Hinterzarten

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Endlich mal wieder ein E1 Marker ÔÖŽ´ŞĆ

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Michhisli, nette Sache!

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Offenbar der richtige Weg

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Huch! Hoffentlich endet der Weg nicht wirklich…

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Baumgrenze. Dem Ziel so nah…

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1,2km Abstecher zum “richtigen” Feldberggipfel

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Wir waren am Feldberggipfel und alles was wir fanden war diese olle Platte…

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Die Wanderboys am h├Âchtsten Punkt des E1 in Deutschland

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Bismarckturm auf dem Seebuck

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Durch das Westweg Tor, Feldbergerhof

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Gut ausgeschildert an der Hochkopfh├╝tte. E1 ab jetzt blaue Raute! ­čö╣

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Schluchseeblick, beim runter rennen…

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Rennstrecke zum Bahnhof Aha-Schluchsee

Eine Truppe anderer Wanderer macht uns auf ein Hinweisschild ÔÇ×Umleitung WandererÔÇť aufmerksam. Oh ohÔÇŽ Naja, zun├Ąchst geht der ganz normal wie beschrieben nach Westen in den Wald und wir werden noch Zeuge wie eine gro├če Forstmaschine Holz abtransportiert. Nach kurzer Zeit aber schon versperrt ein zwischen B├Ąumen gespanntes Flatterband und dem besagten Hinweisschild auf eine Wanderumleitung den Weg. Mist. Der Unmut ist bei B besonders gro├č. Dennoch ├╝berwiegt die Vorsicht, keine gesperrten Wege zu gehen und die Ansicht, dass eine ÔÇ×offizielle UmleitungÔÇť doch als E1/Westweg gelten muss. Naja, unbefriedigend allemal und so verpassen wir den Ausblick vom Scheibenfelsen auf das Adler Skistadion Hinterzarten und die Skischanze. -Eine gro├čr├Ąumige Sperrung ist dort wohl auch deswegen, da beim Neubau der Schanze ein kolossaler Fehler unterlaufen ist und man keine weiteren Schaulustigen nahe der Baustelle m├ÂchteÔÇŽ(Die Pannenschanze von Hinterzarten)-

Naja, etwas verstimmt gehen wir weiter und schon nach einem knappen Kilometer erreichen wir am Hellblech wieder E1/Westweg. Hier geht es einen kleinen Pfad recht steil herunter nach Hinterzarten und man hat einen kitschig romantischen Blick ├╝ber ein paar Schwarzwaldh├Ąuser.

Kaum sind wir unten in Hinter-(Ober)zarten angekommen, geht es auch schon wieder am Kesslerberg anst├Ąndig bergauf weiter in Richtung Westen. Der Wanderweg schmiegt sich dabei immer an die n├Ârdlichen H├╝gel durch den Wald.

Nach einer Weile geht es am H├Ąuslebauernhof an auf offenes Gel├Ąnde. Hier gibt es gro├čz├╝gige Sitzm├Âglichkeigen und ein Milchhisli mit Getr├Ąnken zur Selbstbedienung. Sehr nett. P holt sich was. Die Sitzpl├Ątze sind aber alle locker belegt und wir wollen coronatechnisch Abstand halten. Wir gehen also weiter und suchen einen sp├Ąteren Pausenplatz. Hinter dem H├Ąuslebauernhof geht es rechtwinklig links ab nach S├╝dwesten. Hier heisst die Stra├če auch schon vielversprechend ÔÇ×Am FeldbergÔÇť es sind aber noch 7,5km dorthin.

Wir gehen also weiter, mittlerweile eher auf einem breiten Forstweg mit nur leichter Steigung. Endlich an der Wegekreuzung Rufenholzplatz machen wir gro├če Vesperpause in der gro├čen Rufenholzh├╝tte die angenehm Schatten spendet und die wir komplett allein f├╝r uns haben.

Uns irritiert etwas ein Wegweiser der besagt, der Weg w├╝rde nach 700m enden. HmÔÇŽ Wir trauen uns trotzdem weiter den Rufenlochweg zu gehen der sich in seinem weiteren Verlauf mehr nach S├╝den wendet und auch etwas steiler wird. So erreichen wir eine gewisse N├Ąhe zum Feldsee den wir auch ein bisschen durch die B├Ąume ersp├Ąhen k├Ânnen, einen besonders guten Blick bekommen wir auf diesen leider aber nicht.

Von hier geht es nun wieder nach Westen und der Weg wird zus├Ątzlich zum Anstieg durch Steine und Baumwurzeln deutlich herausfordernder.

Der Pfad f├╝hrt kurz zickzackm├Ą├čig hoch nach Norden. ÔÇ×Unterm Gr├╝bleÔÇť befindet sich noch ein Wegweiser. Yay, wir sind noch richtig. Kurz darauf wendet sich der Weg wieder nach S├╝dwesten und man kann schon langsam die Baumgrenze erahnen. Es geht nun wieder etwas gem├Ąchlicher bergauf und eher in einer weiten Schleife s├╝dw├Ąrts. Wir sehen bereits das Bismarckdenkmal und den Feldbergturm. Irrt├╝mlicherweise halten wir diesen Gipfel, den Seebuck, schon f├╝r den ÔÇ×richtigenÔÇť Feldberg. ├ťber eine Art Almwiese erreichen wir eine Weggabelung. Hier tummeln sich einige neugierige Rinder und ebensolche Touristen, die Selfies mit K├╝hen machen. Nun erkennen wir, dass der richtige Feldberggipfel noch 1,2km nordwestlich liegt. Ein rotwei├čer Turm ist dort zu sehen. Dorthin f├╝hrt uns nun ein breiter, unter den F├╝├čen unangenehmer Schotterpfad. Kein sch├Âner Weg und auch kein sch├Âner Anblick. Dennoch m├╝ssen wird den Gipfel besteigen. Es geh├Ârt einfach dazu. Unser Plan hier am Gipfel einzukehren und eine verdiente Pause zu machen l├Ąsst sich nicht umsetzen, da man hier oben trotz hohem Touriaufkommen die Leute einfach verhungern und verdursten l├Ąsst. ok, zur Zastler -, Sankt Wilhelmer – oder Todtnauer H├╝tte ist es nicht besonders weit. Diese Gastronomien liegen aber weder auf unserem Weg noch auf dem Gipfel. Etwas schwach finden wir. Die Aussicht ist zwar schon ganz sch├Ân, aber das Wetter auch nicht besonders klar, so kann man die Alpen auch nur m├Ą├čig gut sehen. Naja, insgesamt ist der Feldberg eher eine Entt├Ąuschung, zumal noch mit diesem 1,2km Stichweg. Es w├Ąre sch├Âner gewesen diesen Berg dann auch zu ├╝berwandern.

Gut, erledigt. Wir gehen also wieder den doofen Schotterweg zur├╝ck und weiter zum Seebuck mit Bismarckdenkmal. Hier machen wir eine kurze Verschnaufpause und Fotosession und dann wandern wir den Franz-Klarmeyer-Weg nach S├╝dosten Richtung Feldberg Ort. Auf dem Weg nach unten werden wir wenigstens mit ein paar waschechten und modernen E1 Symbolen belohnt. Hui! Unten angekommen am Feldbergerhof durchschreiten wir endlich mal wieder ein richtig amtliches Westwegtor aus Stein.

Hier gibt es nat├╝rlich auch Gastronomie und wir kehren endlich mal zu verdientem Bier, Eiscaf├ę und was das Herz begehrt ein.

Meine Familie macht hier Schluss und will mit dem Bus zur├╝ckfahren. Ich habe nach dieser kleinen Entt├Ąuschung und eher z├Ąhen letzten Kilometern am Feldberg eigentlich auch nicht mehr so gro├če Lust. ├ťberraschenderweise sagt ausgerechnet B, der sonst am ehesten bei langen Wanderungen auch wegen der Knieproblematik aufsteckt, dass er noch die 9km bis Aha-Schluchsee dranh├Ąngen w├╝rde. Naja gut. Einmal tief durchatmen und nochmal los. Kann ja nur noch bergab gehenÔÇŽ

W├Ąhrend sich meine Familie an der Bushaltestelle mit einer Menge Touris dr├Ąngelt, gehen wir weiter durch Feldberg Ort mit Wohn- und Ferienh├Ąusern bis wir an die B317 kommen. Ein St├╝ck geht es an der Bundesstra├če entlang bis zum Caritas Haus und dort orientieren wir uns an weiteren Wegweisern. Ich erinnere meine Wanderfreunde erneut, dass wir nun aufmerksam sein m├╝ssen, dass wir nicht versehentlich den roten RautenÔÖŽ´ŞĆ zu weit folgen und dann wom├Âglich die S├╝dvariante des Westwegs am Titisee zur├╝ckgehen, sondern es m├╝sse irgendwo Richtung B├Ąrental, Titisee abgehen und dann sollten wir einer blauen Raute ­čö╣ folgen m├╝ssen.

Am Caritashaus verlassen wir zum Gl├╝ck die Bundesstra├če und der Weg f├╝hrt in Schlangenlinien nach Osten. Nat├╝rlich nur bergab, was die Sache wirklich einfach macht.

An der Hochkopfh├╝tte (1200m) kommt tats├Ąchlich ein ordentlicher Wegweiser mit moderner E1 Beschilderung und sogar noch -ganz oben- dem guten alten Nordsee-Bodensee-Gotthard-Mittelmeer Schild.

Wir pr├Ągen uns die blaue Raute gut ein. Und sind wieder mal begeistert was die gute Ausschilderung hier im Schwarzwald angeht. Jetzt steigt der Weg noch mal merkw├╝rdig auf 1235m an bis wir die Farnwitte erreichen. Hier gibt es einige Abzweigungen aber dank guter E1 Beschilderung auch hier kein Problem den rechten Weg zu finden. Kurz darauf erreichen wir die Wasserlochh├╝tte und wir machen eine kleine Trinkpause.

In der Zwischenzeit konferiere ich mit meiner Frau, die uns am Bahnhof Titisee abholen will, dass wir heute Abend Pizza-Night machen und gebe unsere Bestellung auf. Die Abfahrtszeiten in Aha hat meine Frau auch bereits recherchiert. Der Zug f├Ąhrt nur st├╝ndlich und wir vereinbarem den Zug um 18:40 in Aha anzupeilen. Oha! Es ist 18 Uhr. Wir haben noch 40 Minuten ÔÇŽ. f├╝r ca 4kmÔÇŽ

Wir springen auf und hetzen los. Meine Wanderkumpels, legen pl├Âtzlich ein Tempo an den Tag, welches ich eigentlich f├╝r unm├Âglich gehalten h├Ątte. Gut, der Weg ist sehr einfach zu gehen und es geht auch wirklich angenehm bergab. Aber dennoch, Hut ab.

Wir rennen quasi die letzten Kilometer mit ca 9min pro Kilometer (6,7km/h) und obwohl wir unten in Aha an der Hauptstra├če kurz wegen der irren Geschwindigkeit den Wanderweg verlieren und ein paar Schritte zur├╝ck m├╝ssen, erreichen wir den Bahnhof tats├Ąchlich eine Minute vor Abfahrt. Der Zug steht schon bereit. Der Lokf├╝hrer h├Ąlt den Kopf gelangweilt aus dem Fenster. Wir beginnen zu rennen, sein Gesichtsausdruck wirkt zusehends am├╝sierter. Verdammt der macht bestimmt gleich die T├╝ren zu! Wir sprinten die letzten MeterÔÇŽ und schaffen es noch kurz bevor die T├╝ren piepen in den ZugÔÇŽ Puh! ÔÇ×Was soÔÇÖn alter K├Ârper noch alles drauf hat!ÔÇť sagt B.

Wir m├╝ssen erst mal ganz sch├Ân verschnaufen, was durch die Masken nat├╝rlich immer etwas erschwert wird, sind aber froh, dass alles top geklappt hat. Nur wenige Minuten sp├Ąter sind wir am Titisee und meine Frau steht mit Auto am Bahnhof bereit.

M├╝ssen nur noch die Pizzen abgeholt werden. In die Fu├čg├Ąngerzone Titisee kommt man mit Auto ja nicht rein. Gehen wir also auch noch hin und holen die Pizzen raus. Sie f├Ąhrt uns mit dem Auto aber schon vom Bahnhof entgegen. Am Campingplatz gibt es das verdiente italienische Essen. Nach einer einer Tour mit Brutto ├╝ber 30km* auch absolut verdient!

*Bei der Distanzberechnung dieser Etappe komme ich merkw├╝rdigerweise auf sehr unterschiedliche Ergebnisse. Das Javascript auf meiner Trackseite rechnet 35km zusammen, Garmin Connect 32km und Garmin Basecamp nur 30km. Nach eingehender manueller ├ťberpr├╝fung halte ich 32km f├╝r am realistischsten, also Netto 29km auf dem E1 vom Bankenhansenkreuz bis Aha Bahnhof inklusive Feldberggipfelabstecher.