Tag 4 von 5:

Planung:
Nach der Anstrengung von gestern steht heute eine eher kurze Etappe zur Regeneration auf dem Programm. Von Aha geht es erst nach S├╝dwesten bis Schluchsee. Von dort wendet sich der E1 nach Norden bis nach Lenzkirch und mach dann einen Nordschleife bis nach Kappel.

Aufgrund der K├╝rze der heutigen Etappe lassen wir uns morgens viel Zeit und starten nicht besonders fr├╝h. Meine Frau bringt uns mit dem Auto erst nach halb elf zum Bahnhof Aha-Schluchsee. Am heutigen Ziel in Kappel soll sie uns auch wieder abholen. Kann ja nicht lange dauern bei schlappen 21km und leichtem Gep├Ąck.

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Schluchseeblick auf dem Weg von Aha nach Schluchsee

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Wegweiser Wolfsgrund-Schluchsee

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Schluchsee-Sonnenhalde mit Kurhotel.┬á Mittelweg verpasst…

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So! Jetzt machen wir unsere eigene Wegweiser!

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Der Weg des Wanderpr├Ąsidenten

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Wegweiser am Geopark Lenzkirch

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Blick auf Lenzkirch

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Rotes Rathaus Lenzkirch mit versp├Ątetem E1 Wegweiser. Ist dies das “Rothaus”, aus dem das Tannenz├Ąpfle kommt?

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Die Ha├člach in Lenzkirch

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Markierungs├Ąnderung am Hierabrunnen. Und der E1?

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Hierabrunnen mit Schutzh├╝tte

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Die finale Wegmarkierung bis Konstanz: Rot-wei├če Raute auf gelbem Grund. Querweg Freiburg-Bodensee!

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Wo soll es denn hier lang gehen?

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Gasthaus Blume in Kappel mit eigener Bushaltestelle

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Schicke Steine an der Kurverwaltung Kappel

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E1 Wegweiser etwas zu sp├Ąt, mein lieber Schwarzwaldverein!

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Endstation f├╝r heute! Kappel Kirche

Es ist etwas bedeckt und mit ca 15┬░C fast k├╝hl, zum Wandern aber gut. Zehn vor elf machen wir uns auf den Weg ein paar Meter vom Bahnhof zur├╝ck zum Wegweiser. Die blaue Raute, der wir immer noch aufmerksam folgen, zeigt Richtung Schluchsee unter der Bahn hindurch und dann den H├╝gel nordw├Ąrts hoch wo es dann etwas erh├Âht einen Waldweg nach S├╝dosten geht. Unsere Follower I+S hatten uns empfohlen lieber den Seeuferweg zu nehmen, der vermutlich sch├Âner ist. Aber wir sind ja doch sehr versessen darauf den ÔÇ×offiziellen E1ÔÇť zu gehen und wandern ├╝ber den vorgegebenen Forstweg. Hin und wieder ersp├Ąht man durch die B├Ąume auch einen Blick auf den gr├Â├čten See im Schwarzwald. B fast sich an den Kopf. Er hat seinen Fotoapparat vergessenÔÇŽ

Nicht lange und es geht wieder runter zur B500 die wir hurtig ├╝berqueren und durch das Gewerbegebiet von Schluchsee. Gewerbegebiete nimmt der E1 wie wir nach langer Erfahrung wissen immer gern mit. Hier sind Wegemarkierungen etwas schwach, aber wir finden den Weg.

Wir treffen wieder die B500 die wir an der Unterf├╝hrung Wolfsgrund unterqueren und studieren aufmerksam verschiedene Wegweiser mit blauen Rauten. Keine E1 Hinweise aber gut. Das ├ľrtchen wird zusehends touristischer und am Rathaus Schluchsee steht der n├Ąchste Wegweiser. Abermals kein Hinweis auf den E1. Ok, Lenzkirch, der n├Ąchstgr├Â├čere Ort auf dem E1, ist ja ausgeschildert.

Der Weg entfernt sich nun vom See und geht leicht bergan durch Wohngebiete nordw├Ąrts. Am Rathaus vorbei mit einigen Wegweisern. Vom E1 keine Spur.

Kurz darauf erreichen wir einen Park: ÔÇ×Schluchsee SonnenhaldeÔÇť. Hier blickt man auf das Kurhotel. Ein Weg biegt nach links durch den Park ab. Ist nur der Mittelweg. Rote Raute mit wei├čem Strich. Kein Hinweis auf E1. Wir folgen der blauen Raute nach rechts aus dem Dorf heraus an der Landstra├če entlang, am neuen Biomasse Heizkraftwerk und Sportplatz vorbei und stehen etwas sp├Ąter vor einem erneuten Abzweiger und Wegweiser im Wald und r├Ątseln was zu tun ist. Der Weg nach rechts scheint eine Abk├╝rzung ├╝ber Holzschlag zur Wutachschlucht zu sein. Nach Norden w├Ąre richtig aber ohne blaue Raute. Beim Blick auf meinen Track stelle ich mit Entsetzen fest, dass dieser hier ├╝berhaupt nicht entlang f├╝hrt. Kann ja alles sein, der E1 wird ja auch gern mal verlegt wie wir immer wieder feststellen. Und wir sind ja auch immer brav der blauen Raute gefolgt. Wir wandern weiter nach Norden um meinen vorbereiteten Track wiederzutreffen. Am Wegweiser Vogelhaus treffen wir meinen Track und den passenden Wegweiser des Mittelwegs wieder. Immer noch kein E1 Hinweis. Ich recherchiere noch mal genauer und stelle fest, dass wir ab Schluchsee Rathaus dem Mittelweg h├Ątten folgen sollen. So ein Mist! Wie gesagt wir sind ja versessen immer den richtigen Weg zu gehen und m├╝ssen jetzt bis zur Sonnenhalde zur├╝ck. Ich ├Ąrgere mich mega ├╝ber mich selbst und dar├╝ber, dass am Schluchsee Rathaus kein Hinweis auf den Verlauf des E1 zu finden war, oder haben wir nicht genug gesucht?

Wir gehen also den ganzen Weg -aber auf dem Mittelweg- bis zur Sonnenhalde wieder zur├╝ck und dann noch mal hoch. Insgesamt 4,5km extra. ├ťber eine Stunde!

Die Laune ist im Keller, obwohl der Weg von Sonnenhalde am Kurhotel vorbei und dann steil am Riesenb├╝hl hoch, eigentlich ganz nett ist. F├╝r mich hebt sich die Stimmung erst wieder als wir ein paar Kilometer nach diesem Fehltritt hinter uns gelassen haben. An einer Forstwegkreuzung┬ánahe Hinterh├Ąuser machen wir Pause.

Hier ist der Weg nach dem ehemaligen Bundespr├Ąsidenten Carl Carstens (der Wanderpr├Ąsident) benannt.

Der Weg f├╝hrt weiter immer grob nordw├Ąrts und am Plumberg geht es wieder anst├Ąndig bergauf. Kaum geht es wieder bergab Richtung Lenzkirch, l├Ąrmen ein paar Forstarbeiter und ziehen mit schwerem Ger├Ąt Baumst├Ąmme durch die Gegend. An der Fuchsfarm ist noch ein Wanderparkplatz mit Wanderkarte. Bietet uns aber auch neuen Infos oder Hinweise auf den E1.

Hinter einem Sportstadion biegen wir links nach Westen ab und der Weg f├╝hrt noch in einen kleinen Geopark, in dem verschiedene Gesteinsarten erkl├Ąrt werden. Zudem gibt es hier noch einen schicke Aussicht ├╝ber Lenzkirch. Eine Gruppe niederl├Ąndischer Wanderer, vor allem jugendliche M├Ądchen machen hier gerade Pause. Da ist ja nicht viel Platz. Wir also weiter. Es geht nach Westen runter an eine Stra├če und dann scharf rechts nach Norden runter nach Lenzkirch.

Unten angekommen ist es schon mal ganz sch├Ân h├╝bsch mit rotem Rathaus und dem Fl├╝sschen Ha├člach. Hier gibt es auch endlich einen Wegweiser mit E1 Symbol der best├Ątigt, dass wir dem Mittelweg folgen sollen. Warum war so ein Schild nicht in Schluchsee ?

B kauft ein Eis und wir pausieren und machen Fotos vom Rathaus.

Nach dem ├ťberqueren der Ha├člach geht es nach Norden wieder hoch an Norma und Edeka vorbei. P holt sich noch etwas zu trinken.

Es geht schon sehr anst├Ąndig bergauf. Aber kaum haben wir das Wohngebiet und eine unattraktive Baustelle verlassen, kommt es noch mal dicke und wird ÔÇ×RICHTIGÔÇť steil. Auf sehr kurzer Strecke erreichen wir ausgehend von 808m beim Rathaus Lenzkirch, im Tal der Ha├člach, 1003m beim Gro├čmoos. Und der Weg wird zwar etwas weniger steil aber geht weiterhin bergauf. Nun einmal im Zickzack hoch zum Hierabrunnen auf 1115m. Hier machen wir noch mal Pause und nun bin ich besser vorbereitet, denn genau hier wechselt erneut unsere Wegmarkierung und wir folgen nun dem Querweg Freiburg Bodensee: Rot-wei├če Raute auf gelbem Grund. Ein eindeutiger Hinweis auf unseren E1 l├Ąsst sich aber auch hier, wo die Markierung sich ├Ąndern leider nicht finden. Lieber Schwarzwaldverein, da geht noch was!

Nach der erholsamen Pause mit erfrischendem Quellwasser, wandern wir gem├╝tlich der neuen Wegmarkierung hinterher. Der Querweg Freiburg Bodensee ist wie mir scheint die letzte Markierung, der wir bis Konstanz folgen sollen. Es geht angenehm durch Forst und Waldweg Richtung Osten bergab. Das Wetter ist nach unserer riesen Verlaufaktion sonniger geworden und so spendet der Wald angenehm Schatten. Nach einer Weile wendet sich der Weg nach S├╝den, es geht etwas st├Ąrker bergab und wir erreichen offenes Gel├Ąnde. Kappel kann man schon erahnen.

Nach dem Franzosenkreuz gehen wir links nach Osten ab da hier der einzig m├Âgliche Weg weiterf├╝hrt. Und es geht in einer langen Rechtskurve zum Junghof auf die Kappeler H├Âhe. Dort angekommen finden wir eine Markierung des Querwegs, die von rechts oben, ├╝ber eine Weide kommt. Meine G├╝te! Sind wir schon wieder falsch gegangen? Offensichtlich! Wir also die lange Kurve wieder zur├╝ck bis zum vermeintlichen Abbieger. Aber dort gibt es keinen echten Weg und auch kein Schild. Die Weide ist mit Stromzaun gesichert. Egal! Wir krabbeln unter dem Zaun durch und gehen wie besessen den ÔÇ×offiziellen WegÔÇť nach meinem Track. Ohne Aussschilderung von oben geradeaus ├╝ber die Wiese. Zum Gl├╝ck alles nicht so weit wie in Schluchsee Sonnenhalde.

Nun geht es aber auf Asphalt bis Gasthaus Blume und dort links nach Osten ab. Nur noch ein bisschen durch den im Abendlicht vertr├Ąumten wirkenden Ort. An Touristeninfo vorbei bis zur Kirche. Hier steht endlich der ersehnte Wegweiser mit ÔÇ×E1 folge Querweg Freiburg BodenseeÔÇť Etwas sp├Ąt, meinen wir. Mein GPS track zeigt fast 27km! 6km zu viel durch das Verlaufen…
Bei der Kirche setzen wir uns an die Bushaltestelle und warten, dass uns meine Frau wieder abholt.  Nach ein paar Minuten ist sie auch schon da und die Rückfahrt geht schneller als man nach einem ganzen Tag wandern erwarten würde. Letztendlich sind wir auch nur riesige Schlenker und Umwege gelaufen und in Kappel genauso weit vom Basecamp Titisee wie vom heutigen Wanderstart in Aha.

Am Campingplatz werden wir mit gro├čem Hallo begr├╝├čt. Unsere befreundete Familie J (die uns bereits vor f├╝nf Jahren an der Iburg “aufgelauert” hatte) hat sich nebenan ausgebreitet. Wir machen uns einen gro├čen Topf Nudeln und haben einen gem├╝tlichen Abend.