Tag 7 von 8:

Planung:
Heute sind wir wahrscheinlich den letzten Tag zu neunt in voller Besetzung mit Gastwanderern. Hoffentlich haben wir unsere Leute nicht zu sehr abgeschreckt mit unseren Anstrengungen. Vom Harkhof
geht es quasi direkt nach S├╝den und tendenziell die ganze Zeit sanft bergab. Am Ende etwas steiler ins Tal der Kinzig nach Hausach, sogar mit Bahnhof. Hier ├╝bernachten wir im Gasthaus zum Hirsch.

Gut ausgeschlafen gehen wir kurz nach acht zum Fr├╝hst├╝ck. Obwohl das Wetter super ist leider drinnen. Daher mehr Augenmerk auf Coronaregeln: Ans Buffet nur mit MNS und Abstand, Auff├╝llbesteck nur einmal verwenden, uws.
Statt Br├Âtchen gibt es hier selbstgemachtes Brot und der gr├Â├čte Teil des nichtpflanzlichen Brotbelags kommt aus eigener Herstellung, direkt vom Hof. Gutes Konzept.
Wir packen zusammen, ziehen die Betten ab, wie uns gehei├čen, und um 9:40 Uhr treffen wir uns drau├čen auf der Schankterasse. Wetter wie gesagt super, Temperatur schon bei 22┬░C.

E1-72-01

Der Blick aus unserem Fenster, im Harkhof: Traumhaft!

E1-72-02

Blick zur├╝ck zum Harkhof

E1-72-03

Brunnen an der Kreuzsattelh├╝tte

E1-72-04

Ist das hier der Kreuzsattel?

E1-72-05

Schweres Ger├Ąt an der Baustelle Windpark Hohenlochen

E1-72-06

Windkraftanlage noch nicht fertig

E1-72-07

Jede Menge Fingerh├╝te…

E1-72-08

Ausblick von der Hohenlochenh├╝tte

E1-72-09

Bis Konstanz Luftlinie 103km!

E1-72-10

Warten an der Hohenlochenh├╝tte. Lieber Handy als Aussicht angucken…

E1-72-11

Ein letztes mal hoch vor Hausach. Zum Spitzfelsen

E1-72-12

Figuren auf dem Weg runter nach Hausach

E1-72-13

Ein paar Schleifen abw├Ąrts

E1-72-14

Br├╝cke ├╝ber die Kinzig, Hausach.

W├Ąhrend unsere Familien die ÔÇ×Abk├╝rzungÔÇť nach S├╝den gehen, steigen wir etwas zwanghaften Wanderboys den selben steilen Pflasterweg wieder hoch, um nichts vom E1 zu verpassen. Schon bald holen wir die restliche Truppe aber wieder ein.
Der Weg setzt sich ganz ├Ąhnlich fort wie gestern. Auf Forstweg durch den Wald teils mit Aussicht nach S├╝dosten ├╝ber den s├╝dlichen Schwarzwald.
Nach kurzer Wanderung erreichen wir die Kreuzsattelh├╝tte. Mit Brunnen und Spielplatz. Letzteren wollen die Kinder gar nicht nutzen, komischÔÇŽ
Von diesem Platz f├╝hrt der Weg kurz an der asphaltierten Stra├če Erzenbach nach S├╝den. An einer scharfen Rechtskurve steht ein Wegweiser der eine l├Ąngere Variante des Westweges weiter ├╝ber die Stra├če zum Brandenkopf zeigt, sowie die Hauptroute geradeaus, einem steilen, holprigen Weg nach oben.
Nat├╝rlich gehen wir die Hauptroute also ordentlich angestrengt schnaufend und konzentriert den steilen Weg hoch. Ein paar MTBler kommen uns entgegen. Das steile St├╝ck ist nicht sehr lang und wir genie├čen wieder den romantischen Pfad durch den Wald. Im Teilst├╝ck Hirzwasen sind einige Stellen des Waldes gerodet bzw die Forstwege verbreitert und wir sehen ein Plakat, welches auf den Windpark Hohenlochen deutet. Eigentlich eine tolle Sache, momentan leider aber etwas Baustellenflair. Da sich die Gruppe scheinbar auseinander gezogen hat warten wir hier etwas. Die Kids gehen schon wieder vor, aber von P nebst Frau keine Spur. Ich gehe den Teenagern mal hinterher und hole sie an einer gr├Â├čeren Baustelle mit laufendem, dr├Âhnenden Generator ohne Bauarbeiter und einer imposanten Kettenraupe ein.
Wir warten noch eine Weile bis wir telefonisch erfahren, dass P und Frau offenbar bereits nach der Kreuzsattelh├╝tte Richtung Brandenkopf falsch abgebogen sind und nun alles wieder zur├╝ck m├╝ssen. Wie ist das nur passiert?
Da es sich bei Generatorl├Ąrm und Baustelle ohne Sitzm├Âglichkeit so unsch├Ân warten l├Ąsst, gehen wir weiter und vereinbaren an der n├Ąchstm├Âglichen Bank zu warten.
Der Westweg f├╝hrt oftmals von breiteren Forstwegen ab zu schr├Ąg davon abgehenden, urigen kleinen Waldpfaden. Ob die anderen das wohl finden frage ich mich und schicke die Nachricht ÔÇ×Immer roter Raute und Hut folgen!ÔÇť
An einer gr├Â├čeren Wegekreuzung, dem Ebenacker gibt es dann auch endlich eine Bank auf der wir erst mal mit ein bisschen Proviantverzehr warten.
Kurz darauf trudeln schon B und meine Frau ein, die am Hirzwasen noch l├Ąnger stehen geblieben waren. Von P nebst Frau kommt die Botschaft, dass sie wohl eine knappe Stunde hinter uns seien und wir schon mal weitergehen sollten.
Nagut, dann eben weiterschlendern und auch mal mehr nach Geocahces gucken. Wir kommen noch an weiteren, offenbar k├╝rzlich aufgestellten Windkraftanlagen vorbei. Alle noch ohne Rotorbl├Ątter. Und am Eckersbrunnen w├Ąchst jede Menge Fingerhut.
Nach knapp 10km erreichen wir die Hohenlochenh├╝tte. Man hat eine tolle Aussicht, und mehrere Sitzb├Ąnke laden zum Verweilen ein. Es gibt sogar zus├Ątzlich zur eigentlichen H├╝tte eine Matrazenlagerh├╝tte zum n├Ąchtigen. Klasse!
Ebenfalls interessant die Entferngs- und Richtungstafel, denn unser Wanderziel ist auch dabei: Konstanz 103km!
Wir genie├čen den Ausblick und machen ausgedehnte Pause mit Proviant und Snacks. Irgendwann trudelt auch unser verlorenes Wanderpaar ein. Das braucht nat├╝rlich auch erst mal Pause.
Eigentlich ist die heutige Etappe die k├╝rzeste mit 15km. F├╝r die beiden wird es nach einer Stunde Umweg wohl eher Richtung 20km gehen.
Die Teenager werden zappelig und wir wollen auch weiter. Also gehen wir doch schon mal wieder vor und lassen die beiden Nachz├╝gler einfach in ihrem Tempo nachkommen. Wir passen auch ein bisschen auf deren Nachwuchs auf.
Eigentlich sollte es ja heute im Prinzip eher bergab bis Hausach gehen, dennoch ├╝berrascht uns der Westweg auch auf dem letzten St├╝ck noch immer mit ein paar kurzen, knackigen Anstiegen. Die d├╝nnen Sneakers von Ps Kindern ist auch nicht gerade wanderoptimal aber die schlagen sich damit wacker und klagen nicht ├╝ber Probleme.
Nach der Hohenloch├╝tte geht es erst einmal z├╝gig bergab nach S├╝dwesten und wir kommen an einem westlich gelegenen Tal vorbei. Ein klein wenig wie der Harkhof. Hier k├Ânnten wir mit Umweg bergab und entsprechend bergauf wieder zur├╝ck noch einkehren. Bei Kappelhof Hausach neben der Wendelinuskapelle. Wir entscheiden uns aber dagegen. Bis Hausach ist ja nicht mehr weit, und nach der langen Pause an der Hohenlochh├╝tte besteht gerade kein zwingender Bedarf.
Eine Gruppe junger Frauen kommt uns entgegen, mit Musik aus der Boombox und bieten allen ÔÇ×Lik├ÂrchenÔÇť an. Ein Junggesellinnenabschied, so scheint es. Wir M├Ąnner haben Schiss und lehnen ab. Meine Frau l├Ąsst sich aber gern einen kleinen einschenken. Nun geht es doch wieder unvermutet ganz sch├Ân hoch nach Osten. Oben angekommen wendet sich der Weg wieder nach S├╝den. Es tut sich ein Blick ├╝ber Wolfach auf. Weit kann Hausach auch nicht mehr sein. Das Tal liegt aber ganz sch├Ân weit unten. Und da m├╝ssen wir runter, so vie ist sicher.
Dennoch gibt es einen allerletzten Anstieg, und zwar auf den Spitzfelsen. Nur 570m aber immerhin. Von hier kann man bereits gut Hausach erkennen. Au├čer Bahnhof und Gewerbegebiet und Superm├Ąrkte k├Ânnen wir aber nichts Besonderes entdecken.
Ab jetzt kommt der steile Abstieg. Das geht schon ziemlich in die Knie bei uns alten Hasen. Ps Kinder gehen an rutschigen Passagen besonders vorsichtig.
In Schleifen und Serpentinen nun westw├Ąrts bergab, der letzte Teil ist besonders staubig. Dann stehen wir an der Kinzig. Eine h├╝bsche, weinrote VX 800 f├Ąhrt vorbeiÔÇŽ Zuf├Ąlle gibtÔÇÖsÔÇŽ
Eine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke f├╝hrt uns ├╝ber den Fluss und wir gehen im Schatten der B33 Br├╝cke dann ├╝ber die Wiese zur Inselstra├če nach Westen und biegen an der R├Âmerstra├če nach S├╝den ab. Hier unten ist noch mal viel w├Ąrmer als im Wald. Im Wohngebiet, durch das wir schlendern, spielen ein paar Kinder in Pools.
An der Eisenbahnstra├če verlassen wir den E1 und gehen nach Osten zu unserer Unterkunft: Gasthaus zum Hirsch. Ca 800m.
Ich mache mir etwas Sorgen, ob unsere beiden Nachz├╝gler uns finden. Wir sind denen aber so weit voraus, dass wir erst mal einchecken und ihnen dann entgegen gehen k├Ânnen.
Das Einchecken scheint erst einmal etwas kompliziert, da es wohl ein paar Unklarheiten gab. Am Ende aber alles doch kein Problem. Wir drei Wanderer bekommen ein Dreierzimmer, da wir morgen ja eh fr├╝her aufbrechen wollen, die beiden Frauen und die Kinder jeweils Doppelzimmer.
Ich dusche mich kurz ab und ├╝berrede den B noch den Nachz├╝glern entgegenzugehen und am Supermarkt dort schon ein paar Sachen einzukaufen.
Bereits auf dem Weg durch Hausach ersp├Ąht B das leuchtend organge T-Shirt unseres Wanderkumpels an einer entfernten freien Stelle n├Ârdlich im Wald. Wir fangen P und Frau an der B33 Br├╝cke ab und schlendern mit ihnen bis zum Supermarkt. Bis dahin haben wir ihnen den Weg zum Hirschen erkl├Ąrt und meine Frau instruiert, sie am Hotel in Empfang zu nehmen. B und ich gehen noch im Supermarkt Proviant besorgen.
Nach Duschen und chillen stellt sich Das Problem, f├╝r neun Personen zum Abendessen eine Gastronomie in der N├Ąhe zu finden. Mit Tipp von der Wirtin reservieren wir einen Tisch drau├čen in Gutach am Freilichtmuseum in einer ziemlich neuen Wirtschaft namens Esszeit. Leider 1,5km Fu├čweg.
B will deswegen lieber nicht mit und das Knie schonen. So zuckeln wir zu acht los. G**gle- schickt uns dummerweise an der Landstra├če lang, vielleicht minimal k├╝rzer, aber unenstpannt.
Wir bekommen einen gro├čen Tisch drau├čen und lassen es uns an unserem letzten gemeinsamen Abend sehr gut gehen. Sogar einen feisten Nachtisch mit Eis und Schwarz├Ąlderkirschen g├Ânnen wir uns. Bei einsetzender Dunkelheit geht es lustig zur├╝ck zum Hirsch, aber jetzt den sch├Ânen Weg an der Bahnlinie und Wiesen. Nur schade, dass B nicht dabei war.